Weinmarktfest 2016
ein historischer Platz zeigt sich

Zur Geschichte des Weinmarkts

Die Namensgebung des Weinmarkts erfolgte in reichsstädtischer Zeit und wurde bis heute beibehalten. Ursprünglich fand hier der Nürnberger Weinhandel statt – hauptsächlich Wein vom Main, Neckar, Rhein und Tauber.

Auf diesem Handels- und Umschlagplatz der Stadt kamen am Markttag über 100 auswärtige Händler und verkauften ihre Weine direkt vom Fuhrwagen. Es gab strenge Regelungen für den Handel, die von „Hütern“ überwacht wurden. Im 16. Jahrhundert hatte der Weinmarkt eine größere Ausdehnung als heutzutage. Er erstreckte sich bis in die heutige Karl- und Winklerstraße hinein und gab auch einem der acht reichstädtischen Stadtviertel seinen Namen „Das Weinmarktviertel“, und grenzte im Norden an das Milchmarktviertel und im Osten an das Salzmarktviertel. 1620 zählte man 3.200 Bewohner in diesem Stadtteil. Der Weinhandel wurde ab 1528, nach anderen Quellen ab 1611, auf den heutigen Maxplatz verlagert. Dort diente der 1448 als Sondersiechenhaus errichtete Weinstadel als Weinlager. Das  Gebäude Weinmarkt 1, das teilweise auf Beginn des 14.Jahrhunderts datiert werden kann, hat einst auch als „Interimsrathaus“ gedient. Davon zeugt heute noch der Goldene Adler auf der Ostseite. Im Anwesen Weinmarkt 6 (Praun’sches Haus) wurde bis 1801 die größte und bedeutendste Kunstsammlung Nürnbergs aufbewahrt – das Praun’sche Kunstkabinett.
In den Anwesen 12a, 14 und 16 war die, weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte, erste Hoteladresse Nürnbergs. In der Herberge „Zum Roten Ross“ nächtigten Persönlichkeiten wie Kaiser Leopold II und Johann Wolfgang von Goethe.
Beim Weinmarktfest werden die Altstadtfreunde Nürnberg einen fundierten, anschaulichen Beitrag zur Geschichte und Bedeutung des Weinmarkts liefern.
Der Brunnen und der Markuslöwe
Der historische Brunnen auf dem Weinmarkt ist auf alten Stichen und Plänen noch zu sehen, aber inzwischen verschwunden.
Nun soll er für das Weinmarktfest zumindest als Brunnenmodell wieder auferstehen.
Er war einst Platzmittelpunkt und soll dem Weinmarkt, zumindest vorübergehend, wieder Mitte geben.
Als Vorbild dient die von den Altstadtfreunden am Tiergärtnertor geschaffene Rekonstruktion des dortigen historischen Brunnens.
Der geflügelte Markuslöwe als Sinnbild der „internationalen“ Handelsbeziehungen überlebte einigermaßen glimpflich den Einsturz des Hauses am Weinmarkt 10 im Jahre 1719.
Heute hat er seinen Platz – dank einer Initiative der Altstadtfreunde – wieder am Haus Merkur am Weinmarkt 10. Vielleicht wird er das Symbol für Handel und Wandel des vielfältigen Lebens und die noch wiederzuentdeckenden Besonderheiten des Weinmarktes.